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Heute vor genau zwei Jahren habe ich mich am 14. Mai 2018 selbstständig gemacht. Hätte mir das jemand vor 10 Jahren gesagt, hätte ich ihn ziemlich misstrauisch angeschaut. Es ist in den vergangenen beiden Jahren so viel passiert, dass ich dieser Zeit einen eigenen Blogbeitrag widmen möchte. Heute teile ich mein gnadenlos ehrliches Resümee über Stolperfallen, Learnings  und Erfolge meiner zweijährigen Selbstständigkeit.

Was mache ich da eigentlich den lieben langen Tag genau?

Um das zu beantworten, muss ich ein klein wenig ausholen. Ich habe zunächst eine Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation absolviert, habe dann aber schnell gemerkt, dass ich mehr möchte. Daher habe ich neben meiner Vollzeittätigkeit als Vorstandsassistentin Marketing-Kommunikation studiert und einen Abschluss im Webdesign gemacht. Insgesamt war ich 13 Jahre im internationalen Mittelstand als Angestellte unterwegs.

Als ich mich selbstständig gemacht habe, habe ich mich in einigen Bereichen des Online Marketings ausprobiert, um zu schauen, wofür ich brenne und wie ich meine Kunden am besten unterstützen kann. Da mir Webdesign schon lange Spaß gemacht hat, stand die erste Sparte also fest. Da ich Pinterest privat seit Beginn an leidenschaftlich gern genutzt habe, habe ich mich dazu entschlossen, auch diesen Bereich in mein Business aufzunehmen. Ergänzt habe ich es um das E-Mail Marketing und die Onlinekurs-Erstellung als wichtige Bestandteile eines Online-Businesses.

Im Umgang mit Kunden ist mir Respekt und Wertschätzung überaus wichtig. Schnell wurde klar, dass insbesondere Coaches und Berater diese Werte vertreten, so dass meine Zielgruppe feststand. Wenn jemand für sein Business brennt, brenne ich für meins UND seins. Das passiert ganz automatisch.

All diese Facetten habe ich in meinem Online Soulbusiness Support vereint. Ich berate zur richtigen Strategie und unterstütze mit meinem technischen Know-how. Alle Maßnahmen dienen der Sichtbarkeit und dem Wachstum meiner Kunden, damit sie neue Kunden gewinnen. Dabei greifen meine Spezialgebiete wie Zahnräder ineinander, was so zu einer ganzheitlichen, strategischen und technischen Optimierung des Businesses führt.

Wie lief es ab, dieses „selbstständig machen“?

Bis ich einen Entschluss fasse, kann es schon mal länger dauern. Ist er aber dann einmal gefasst, kenne ich keinen Morgen mehr und los geht’s!

Um die ersten Monate der Selbstständigkeit an meinem Unternehmen arbeiten zu können statt am bekannten Hungertuch zu nagen, habe ich einen Gründungszuschuss beantragt. Für sechs Monate habe ich eine Grundförderung in Höhe des Arbeitslosengeld l-Anspruchs zzgl. 300 EUR für die Sozialversicherungsabgaben erhalten. Dafür wird ein Businessplan und eine Finanzplanung vorausgesetzt. Beides empfehle ich, auch wenn Du keinen Gründungszuschuss beantragst, denn beides zeigt Dir mögliche Schwachstellen und „zwingt“ Dich dazu, über Marketingaktivitäten und Deine (Umsatz-)Ziele nachzudenken. Nach Ablauf der 6 Monate habe ich Phase ll beantragt. Das sind 300 EUR für 9 weitere Monate.

In den ersten sechs Monaten heißt es also, die eigenen Selbstständigkeit auszubauen, die Sichtbarkeit zu erhöhen, Kunden zu finden und Projekte abzuschließen, denn wenn Du – so wie ich – alleine lebst, bist Du auf Deinen Umsatz angewiesen, um davon leben zu können. Kein Backup, kein doppeltes Netz, alles oder nichts.

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Die größten Ängste und Sorgen

Die wohl größte Sorge war der Gedanke: „Was ist, wenn es nicht funktioniert?“. Das löste leichte Panikattacken aus 😉, aber ich habe mir immer wieder vor Augen gehalten, dass ich dann einfach wieder in ein Angstelltenverhältnis zurückgehe. Ich habe mir die möglichen Worst Case-Szenarien vorgestellt und festgestellt, dass ich schon nicht unter einer Brücke landen werde.

Die Umsatzentwicklung weckt wohl für jeden Selbstständigen in der Anfangszeit große Sorgen und Ängste. Natürlich war es eine große (wenn nicht sogar riesige!) Umstellung für mich, nicht jeden Monat das gleiche Gehalt zu erhalten, pünktlich zum 2. Werktag vor dem 1. eines Monats. Hallo, Sicherheitsdenken! Mit diesem Gefühl hatte ich die ersten Monate auch zu kämpfen. Doch nach und nach entwickelt sich eine gewisse Gelassenheit und nicht (mehr) jedes Projektende weckt Existenzängste 😉

Was brauchst Du für Eigenschaften, um Dich selbstständig zu machen?

Um eine solide Selbstständigkeit oder Freiberuflichkeit aufzubauen, sind Organisation, Disziplin und Leistungsbereitschaft in meinen Augen die wichtigsten Eigenschaften, die Du mitbringen musst.

Ich bin von Natur aus ein sehr organisierter Mensch. Ich muss stets den Überblick über alle Projekte haben. Wenn ich das Gefühl habe, diese Übersicht zu verlieren, drücke ich auf „Pause“ und verschaffe mir wieder Klarheit. Dann erst geht es wieder mit Kundenprojekten los, um eine qualitativ hochwertige Dienstleistung zu gewährleisten.

Disziplin und Leistungsbereitschaft sind insbesondere in den ersten Monaten (bzw. Jahren) sehr wichtig. Auch wenn die Sonne scheint und Du lieber etwas anderes machen möchtest, wartet die Deadline und entscheidet über Deine positive oder negative Reputation.

Was ist besonders wichtig im Business?

Die Selbstständigkeit ist ein Prozess. Es muss nicht am Anfang alles feststehen. Weder Logo, noch Ausrichtung, noch Zielgruppe. Ich habe mir erlaubt, mich auszuprobieren, mich zu entwickeln und das würde ich auch jedem empfehlen. Irgendwann jedoch solltest Du Dich fokussieren und Dich entsprechend positionieren. Ich halte nichts von Bauchläden, denn aus meiner Sicht kann man dann von jedem ein bisschen, aber nichts richtig.

Versicherungen: Welche brauche ich denn wirklich?

Als ich mich selbstständig machte, stand zunächst die Frage im Raum, ob ich mich gesetzlich oder privat krankenversichern möchte. Ich habe mich über beide Alternativen ziemlich intensiv erkundigt. Die gesetzliche Krankenversicherung richtet sich in ihrer Beitragshöhe nach dem Einkommen. So bleibt es bis zur Rente. Die private Krankenversicherung ist auf den ersten Blick günstiger, weil der Beitrag einfach niedriger und fix ist. Jedoch steigt der Beitrag nach und nach an und wird nach Beginn der Rente ziemlich hoch. Auch ist es nicht so einfach, von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung zurückzuwechseln. Ich habe mich auf Grund dessen für die gesetzliche Krankenversicherung entschieden.

Als dann jedoch meine Positionierung den Schwerpunkt Design annahm, habe ich mich um eine Mitgliedschaft bei der Künstlersozialkasse beworben. Diese sorgt dafür, dass selbständige Künstler und Publizisten einen ähnlichen Schutz der gesetzlichen Sozialversicherung genießen wie Arbeitnehmer. Du zahlst also trotz Selbstständigkeit nur 50% an Kranken- und Rentenversicherung. Die andere Hälfte übernimmt die KSK. Der große Vorteil ist, dass Du mit Deinem Beitrag auch direkt wieder in die Rentenversicherung einzahlst und auf diese Weise vorsorgst.

Eine weitere Versicherung, die mir persönlich wichtig war, ist die Berufshaftpflichtversicherung. Ich habe mich für diejenige bei der Exali entschieden, da diese insbesondere auf Tätigkeiten im Online Business ausgerichtet ist und die Besonderheiten kennt.

 

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Mein Kontenmodell – auch was für Dich?

Wie oben schon beschrieben, ist mir Klarheit in jedem Bereich ziemlich wichtig. Und wo kann es wichtiger sein als in den Finanzen?

Daher habe ich mich direkt zu Beginn für 3 Konten entschieden:

  • Commerzbank für meinen privaten Unterhalt, also für Miete, Hobby etc.
  • Kontist als Geschäftskonto
  • DKB als Rücklagenkonto.

Mir war es wichtig, dass alle Konten kostenlos sind. Beim Geschäftskonto habe ich mich intensiv informiert, welches ich nehme und habe mich dann für Kontist entschieden. Kontist berechnet automatisch die fällige Einkommen- und Umsatzsteuer auf Einnahmen und Ausgaben und legt Rücklagen auf virtuelle Unterkonten beiseite. Das find ich im Alltag super hilfreich, weil ich es zwischendurch erledigen kann. Du kannst Dein Kontist Konto mit deiner Buchhaltung (Lexoffice, Debitoor und FastBill) verbinden. Umsätze werden automatisch synchronisiert, Ausgaben unmittelbar erfasst und jeder Beleg sofort der passenden Transaktion zugeordnet. So sparst Du jeden Monat Zeit und Nerven. Eine Reihe von Sicherheitsmaßnahmen garantieren, dass dein Geld, dein Konto und deine Geschäftsinformationen stets geschützt sind. Die Eröffnung des Kontist Kontos hat genau 10 Minuten gedauert und war komplett papierlos.

Bei der Commerzbank bin ich schon seit Jahren Kundin und sehr zufrieden. Es gibt genügend Filialen und auch Geldautomaten, um für private Belange immer ausreichend ausgestattet zu sein.

Bei der DKB gibt es eine kostenfreie Visa-Kreditkarte, was ich gern für Reisen nutze, da man von überall kostenfrei Geld abheben kann.

Alle drei Banken haben eine gut funktionierende App, so dass ich meinen heißgeliebten Überblick behalten kann 😉 Ich überweise mir also jeden Monat mein „Gehalt“ von meinem Kontist-Konto auf mein Commerzbank-Konto. Die Rücklagen fließen vom Kontist-Konto auf das DKB-Konto.

Dein Business – Deine Regeln

Ich habe weiter oben geschrieben, dass Disziplin und Leistungsbereitschaft besonders wichtig sind. Genauso wichtig ist es aber auch, dass Du Dir Regeln überlegst und diese einhältst. Für mich z.B. stand von Beginn an fest, dass mir das Wochenende heilig ist, um wieder Kraft zu tanken und in der Woche qualitativ hohe Leistung zu bringen. Auf der anderen Seite kann es unter der Woche auch mal länger gehen, was mich dann aber nicht stört. Diese Regeln habe ich für mich selbst geschaffen und bin damit „committet“. Bislang hat es sehr gut funktioniert. Ich habe nur an einem einzigen Samstag an Kundenprojekten gearbeitet, ansonst habe ich die Zeit mit anderen Dingen verbracht.

Meine wichtigsten Learnings

Mein wichtigstes Learning in diesen zwei Jahren ist es, auf mein Bauchgefühl zu hören. Unabhängig davon, ob es um Projekte, Kunden oder andere Sachen geht. Wenn sich Dein Magen zusammenzieht, ist es eindeutiges Zeichen dafür, es nicht zu tun. Ich habe bei zwei Kundinnen kein gutes Bauchgefühl gehabt, habe es allerdings ignoriert. Die Zusammenarbeit war holprig, was für beide Seiten dann einfach nicht schön und zielführend ist. Ich vertraue meiner Intuition jetzt und das solltest Du auch.

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Meine Erfolge

Ich hatte an einigen Stellen natürlich auch ganz großes Glück. Ich habe häufig mitbekommen, dass die Beantragung des Gründungszuschusses beispielsweise nicht bei allen ohne Komplikationen gelingt. Bei mir hat alles gut „geflutscht“ und war schnell genehmigt.

Nach bereits 6 Monaten hatte ich eine gute Auftragslage, so dass ich von meiner Selbstständigkeit leben konnte. Der Umsatz hat sich nach und nach zufriedenstellend gesteigert und lag meist über meiner Prognose.

Ich habe überaus wertschätzende Kunden und brenne für jedes einzelne Business wie für mein eigenes, viele davon sind bereits langfristig dabei, was mich SEHR freut!

Die Zukunft

Alle vier Bereiche, die ich betreue, betreue ich mit Herzblut. Da Pinterest allerdings für viele Selbstständige ein so enormes Potenzial birgt, möchte ich einen Onlinekurs zum Pinterest Marketing erstellen, damit jeder Selbstständige selbst diese grandiose Plattform möglichst effizient und insbesondere erfolgreich nutzen kann!

Des Weiteren möchte ich mir Unterstützung im Pinterest Marketing suchen, um noch mehr Kunden in diesem Bereich betreuen zu können und Ihnen zu mehr Traffic, damit zu mehr Bekanntheit und natürlich mehr Kunden zu verhelfen.

Fazit

Ich bin überaus dankbar, den Schritt in die Selbstständigkeit vor 2 Jahren gewagt zu haben. Ich schaue voller Stolz auf diese 2 Jahre zurück und hoffe, dass ich Dir mit diesem Beitrag auch Mut zusprechen kann.

Mut, „einfach mal zu machen“, denn ich bin der Meinung, dass Mut immer belohnt wird.

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